WEITERREISE NACH URSHULT, SCHWEDEN

Unser Tagesprogramm für Samstag hat sich deutlich verkürzt. So sitzen wir um 11 Uhr wieder im Auto zum Zeltplatz.

Was nun, eigentlich ist die Zeit um bis nach Urshult/Schweden zu kommen, zu knapp. Die Alternative wäre den Tag auf dem Campingplatz zu verbringen. Klar, wir könnten in Ruhe duschen, unsere Sachen umpacken und Bier trinken.

Naja, Bier trinken: müssen wir nicht. Duschen … egal, kann mach auch in Schweden. In Ruhe packen… schnell geht auch. Auf dem Campingplatz angekommen geht‘s los: Umziehen, Kleiderschrank einpacken, kleines Zelt abbauen, das Schlafzimmer auf dem Dach in eine Dachbox verwandeln. großes Zelt abbauen, Kalle spazieren, auschecken. Einsteigen. Abflug 12:30. Geschätzte Ankunftszeit 19:20.

Geil, denken wir uns …

Bei Lübeck verlieren wir eine Stunde im Stop-and-Go Richtung Norden. Kacke. Egal. 20:20 ist auch ok.

In Puttgarden angekommen, ziehen wir an der Fähre das VIP-Ticket und fahren an drei Autoschlangen vorbei auf‘s Schiff. Zwei Minuten später legen wir ab.

Ich finde, dass wir was essen müssen. Also kämpfen wir uns mit unseren Mundschutzmaske und Hund zur Cafeteria, wo sich bereits eine Schlange gebildet hat. Kira besorgt mir mein Krabbenbrötchen und kommt später auf den Trichter, dass Fritten auch ne feine Sache sind.

Ein bisschen fressnarkotisiert und müde von dem strecken Programm der letzten beiden Tage schleppe ich Carlson an Deck, während Kira an der Einnahme der Fritten arbeitet. Das Deck ist voll von glücklichen Menschen in der Sonne und Kalle scannt den Boden nach Süßigkeiten. Beagle in der Zivilisation mit Freßpartizipanten ist immer herausfordernd. Gerne würde ich mich jetzt einfach hinlegen und ein Stündchen schlafen. Ist aber nicht, denn in 10 min legen wir an.

Wir telefonieren mit unserm Naturcampingplatz … ja, ihr könnt auch um 20 Uhr kommen, kein Probem. Sucht Euch nen Platz und wir sehen uns morgen. Ok, vor 22 Uhr sollten wir aber da sein, ansonsten müssen wir halt Wildcampen. Aber das können  wir checken, wenn‘s soweit ist.

Also, wieder unter Deck, unser britisches Raumschiff entern und fertig machen für die Fahrt nach Helsingør. Frohen Mutes fahren wir gefühlte 20 min, um dann bedingt durch eine Vollsperrung mit der Karavane über die Dörfer zu fahren. Inzwischen liegt die Ankunftszeit bei 20:45. Shit. Aber auch egal … Et kütt wie ett kütt und hät auch immer jott jejangen.

Weiter fliegen. Gegen 18:30 auf die kleine Fähre nach Helsingborg. Hier handelt es sich jetzt um ein Partyschiff, ein bisschen schwedische Schinkenstraße auf dem Meer. Was soll’s … über all Betrunkene, die endlich für einen halbwegs korrekten Preis Bier trinken. Kira googelt, wie groß der Preisunterschied für Alkohol in Schweden ist mit dem Ergebnis: 3x so teuer. Tja, dass ist der Grund, warum wir unsere Vorräte in unserem Raumschiff mit uns führen.

Nachdem ein Besoffski sich in Kalle verliebt hat, der aber murrend jegliche Streicheleinheiten verweigert  und lieber den Boden nach Erdnüssen scannt, ist die Überfahrt auch schon zu Ende. Ab ins Raumschiff. Weiter geht‘s. Geschätzte Ankunftszeit: 21:20. Ok, sportlich … aber zu schaffen.

Unterschätzt habe ich allerdings, dass wir nach circa 40 km die verbleibenden 100 km über Landstraßen fahren. Naja, zunächst testen wir das Schnellfahr-Prinzip, um nicht von Zivilpolizei geschnappt zu werden und hohen Wegezoll abzugeben. Das Schnellfahrprinzip besteht im Grunde aus „Überholen“ in angemessenem Tempo, sobald ich keinen Sichtkontakt Zu anderen Fahrzeugen habe, wieder auf‘s Gas. Ja, in Schweden geht das, denn die Straßen sind leer. Also fliegen wir schneller als gewünscht über die Landstraßen. Leider verändert sich die Ankunftszeit nicht, was sehr befremdlich ist. Carlson tut mir leid, denn er musste den ganzen Tag in der Box sitzen und hat natürlich nicht die beste Laune. Aber das Ziel liegt vor uns … und dann ist es auch soweit, der Campingplatz ist ausgeschildert. Die Straßen werden kleiner und holpriger. Und da ist es auch, wir durchfahren ein riesiges Tor. Ein bisschen komme ich mir vor, wie bei The Walking Dead. Man erreicht ein Camp und fährt auf das Gelände einer Kommune, keine Ahnung,  was uns so erwartet. Und so geht es 3 km weiter durch einen Wald bis die ersten Gebäude kommen. Es ist 21:20, das ist wohl Timing. Wir sind da … und alles, was wir im Dämmerlicht sehen, gefällt uns außerordentlich gut.

Einer der Betreiber, Nils, kommt auch schon angefahren als wir ein wenig planlos vor der Inschrift besetzten Reception stehen. Der Empfang ist nett und lustig. Er checkt mit mir unsere Wünsche an unseren Platz und paar Minuten später kommen wir an eine herrlich große Stelle mit direktem Zugang zum Wasser – Wahnsinn, was für ein schöner Platz.

Und jetzt wieder Transformerscheck: Dachbox wird zum Schlafzimmer, Carlson und mein Zelt schnell aufgebaut. Tisch und Stühle raus … und endlich ein Bier … darauf haben wir uns eigentlich schon seit Deutschland gefreut. Corona-Bier im nicht mehr „Corona-Reisewarnland“ mit Blick auf‘s Wasser und unsere dänischen Nachbarn, die ebenfalls einen sehr schönen Platz haben.

Dusche?! Springt in den See, war das Kommentar von Nils.

Zurück zur Blog-Übersicht